Ramona ZamfirescuSchriftform oder E-Mail? Neue Formerfordernisse im Arbeitsrecht

Im Arbeitsrecht entscheidet die richtige Form häufig über Wirksamkeit oder Unwirksamkeit. Lange galt: Viele Erklärungen mussten eigenhändig unterschrieben im Original vorliegen. Durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz sind seit 2025 jedoch wichtige Erleichterungen eingeführt worden. Dabei ist zwischen Textform und Schriftform zu unterscheiden. Textform bedeutet, dass eine lesbare Erklärung auf einem dauerhaften Datenträger genügt – etwa per

Stella SundbergGewinnerzielung bei Untervermietung?

Die Untervermietung von Wohnraum ist in der anwaltlichen Beratungspraxis seit Jahren ein Dauerbrenner. Gerade in Ballungsräumen mit vergleichsweisen günstigen Bestandsmieten stellt sich immer häufiger die Frage, ob Mieter durch eine Untervermietung finanzielle Vorteile erzielen dürfen. Mit Urteil vom 28. Januar 2026 (Az. VIII ZR 228/23) hat der Bundesgerichtshof hierzu eine wichtige Grundsatzentscheidung getroffen. Nach §

Ulla LangDie rechtlichen Voraussetzungen des Wechselmodells

Nach einer Trennung obliegt es den Eltern, eine Regelung zur Versorgung und Betreuung der Kinder zu finden. Der Regelfall bleibt weiterhin, dass die Kinder nach der Trennung überwiegend im Haushalt eines Elternteils leben und mit dem anderen Elternteil ein Umgangsrecht vereinbart wird. Zunehmend findet aber das Wechselmodell Anwendung, da oftmals beide Elternteile nach der Trennung

Thorsten Kroog Vorsicht Steuerfalle! Häusliches Arbeitszimmer im Eigenheim

1. Ihr Nutzung entscheidet Ein häusliches Arbeitszimmer kann unter bestimmten Voraussetzungen vom Finanzamt dem Betriebsvermögen (BV) zugeordnet werden. Ihre Nutzung ist entscheidend: Nutzen Selbstständige [Start-ups; Handelsvertreter; IT-Entwickler; Hausverwalter] ein Arbeitszimmer in der eigenen Immobilie, kann dies zu Betriebsvermögen werden. Das „merkt“ man noch nicht; doch bei Aufgabe von Tätigkeit oder Eigenheim, beim Schenken/Vererben wird dann

Heiko KrausNeues aus der Rechtsprechung

Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2022 wurde das sogenannte „neue Kaufrecht“ (insbesondere für Verbrauchsgüterkäufe) reformiert. Seitdem gibt es für Käufer teils stärkeren Schutz als früher — und die Anforderungen, die Verkäufer einhalten müssen, haben sich geändert. Seitdem fällen Gerichte immer wieder Urteile, die klären, wie die neuen Regeln in der Praxis angewandt werden. Es gibt

Jochen KönnerAnfechtungsrisiken für Lieferanten bei der Belieferung krisenbefangener Unternehmen – und wie man sich schützt

Lieferanten, die Unternehmen beliefern, die sich bereits in einer wirtschaftlichen Krise befinden, sind – neben dem Forderungsausfall – einem erheblichen Risiko ausgesetzt, dass erhaltene Zahlungen oder Sicherheiten später vom Insolvenzverwalter angefochten und zurückgefordert werden. Die rechtlichen Grundlagen hierfür finden sich in den §§ 129 ff. Insolvenzordnung. Der Insolvenzverwalter kann nach § 129 InsO Rechtshandlungen anfechten,

Christian HeiglUnternehmensnachfolge im Mittelstand: weit mehr als nur ein Vertrag

Der deutsche Mittelstand steht vor einer massiven Nachfolgewelle. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn rechnet damit, dass in den nächsten Jahren im Schnitt etwa 38.000 Unternehmen pro Jahr zur Übergabe anstehen. Parallel zeigt das KfW-Nachfolge-Monitoring, dass bis Ende 2027 insgesamt rund 626.000 mittelständische Unternehmen einen Rückzug der Inhaber planen. Etwa 30 % der Unternehmerinnen und

Lisa FarrUnterhaltsvereinbarungen nach der Trennung – was ist erlaubt, worauf ist zu achten?

Eine Trennung bringt viele Veränderungen mit sich – nicht nur emotional, sondern auch finanziell. Oft steht schnell die Frage im Raum: Wer muss wem wie viel Unterhalt zahlen? Viele Ehegatten möchten dies möglichst frühzeitig klären und in einer Vereinbarung festhalten. Doch dabei ist Vorsicht geboten: Das Gesetz unterscheidet zwischen Trennungsunterhalt und nachehelichem Unterhalt, und für

Tobias KantzDeutscher Unfall im EU-Ausland: Was gilt?

Urlaubszeit ist (Auslands-)Unfallzeit – wie die vergangenen Sommerferien erneut gezeigt haben. Ein scheinbar harmloser Unfall im Urlaubsland kann dabei komplexe Rechtsfragen aufwerfen. Das Landgericht Köln (Urt. V. 26.06.2025, Az. 36 O 325/23) hat sich aktuell mit einem solchen Fall befasst. Hintergrund: Ein deutscher Autofahrer überholt im August 2023 auf der österreichischen Bundesstraße B179 in Tirol